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Geschwister als Rivalen – Was Eltern wissen müssen

06. Februar 2024

Als Eltern steht man oft vor der Herausforderung, die unterschiedlichen Persönlichkeiten der eigenen Kinder zu verstehen und mit den damit verbundenen Geschwisterrivalitäten umzugehen. 

Was ist Geschwisterrivalität?

Geschwisterrivalität bezieht sich dabei auf die Konkurrenz zwischen Geschwistern, insbesondere um die Gunst der Eltern. Dieser Wettbewerb kann zu komplexen Gefühlen wie Neid, Eifersucht, Verletzungen und Wut führen, wodurch Eltern vor eine grosse Herausforderung gestellt werden.

Die Geburt eines Geschwisters kann bei einem Kind Unsicherheit, Eifersucht und Verlustangst auslösen. Das eifersüchtige Kind fühlt sich möglicherweise vernachlässigt und hat Angst, seine Elternteile zu verlieren. Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen und dem Kind die erneute Sicherheit zu geben. Elternteile können Verlustängste stellvertretend für ihr(e) Kind(er) benennen, sie erlauben, verstehen, mitfühlen und Zuneigung zeigen. Eifersucht ist ein normales Gefühl in der Kindheit, das konstruktiv behandelt werden darf.

Durch regelmässige alleinige Zeit mit dem eifersüchtigen Kind können Eltern Vertrauen aufbauen und so negative Auswirkungen minimieren. Die „Banking-Time“ ist dazu ein supergutes Ritual.

Geschwisterrivalität geprägt durch die Stellung

Die Vielfalt in der Persönlichkeit von Geschwistern lässt sich durch ihre unterschiedliche Position in der Geschwisterreihe erklären. 

  • Die Geburt des ersten Kindes verändert das Leben von Eltern erheblich, während das Einzelkind eine spezielle Position einnimmt.
  • Die Ankunft eines weiteren Kindes kann zu einer so genannten „Entthronung“ des Erstgeborenen führen; während das jüngere Kind möglicherweise um Aufmerksamkeit durch Niedlichkeit kämpft
  • Mit dem Erscheinen des dritten Kindes verändert sich erneut das Familiendynamik.

Was heisst das konkret?

Die Position in der Geschwisterreihe, beeinflusst durch Faktoren wie Geschlecht und Altersunterschied, prägt also die Familiendynamik. Jedes Kind versucht aktiv, seinen Platz in der Familie zu finden und beeinflusst die Familiendynamik auf kreative Weise.

Die „Banking-Time“ hilft!

Um die belastenden Interaktionen zwischen Geschwistern zu durchbrechen, bedarf es konfliktfreier und entspannter Begegnungen. Die Methode „Banking-Time“, entwickelt vom Psychologen Robert C. Pianta, basierend auf der Bindungsforschung, kann hier helfen. Diese Methode zielt darauf ab, eine sichere und verlässliche Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern aufzubauen.

  • Durch regelmässige, vom Kind bestimmte Aktivitäten, sollen etwa ein- bis dreimal pro Woche 15-minütige Bindungserfahrungen geschaffen werden.
  • In diesem Rahmen bewertet der Elternteil nichts, um dem Kind Raum zur Selbstbestimmung zu geben und eine positive, individuelle und einzigartige Bindung aufzubauen.
  • Wenn das Kind keinen Aktivitätenvorschlag unterbreitet, völlig in Ordnung; dann tuen beide «nichts», ausser zusammensein.

Es geht «nur» darum gemeinsam Zeit zu verbringen, ganz ohne gegenseitige Erwartungen. Das ist gar nicht so einfach… 😉.

Dabei gilt:

1 Elternteil & 1 Kind
Wenn möglich verbringen beide Elternteile mit dem Kind jeweils einzeln «Banking-Time»

Achtsame Kommunikation

Insgesamt ist es entscheidend, die Vielfalt in der Persönlichkeit der Geschwister zu akzeptieren, ihre unterschiedlichen Positionen in der Geschwisterreihe zu verstehen und durch positive und achtsame Kommunikation zu begleiten.

Dies tut man, indem man sich mit dem Kind emotional verbindet und dann umlenkt. So gibt man dem emotionalen Bereich (limbisches System), also der „launischen Diva“ Raum und hört ihr zu. Man geht zuerst auf das entsprechende Gefühl ein und verbindet sich so mit der rechten Hirnhälfte. Das Ziel hierbei ist das gemeinsame Surfen auf der emotionalen Welle.  

Der vorletzte Blogbeitrag „Wie Eltern von ADHS-Kindern gekonnt kommunizieren“ hilft hier Genaueres zu verstehen.

Achtsame und einfühlsame Kommunikation kommt nicht nur Kindern mit AD(H)S zugute, sondern allen Kindern. Alle Kinder profitieren von einfühlsamer Kommunikation.

Sie dürfen also gerne diese Kommunikationsmethoden in Ihren Familienalltag integrieren, um eine unterstützende und liebevolle Umgebung für Ihre Kinder zu schaffen. 
Welches Kind will denn schon nicht von einer achtsamen Kommunikation seiner Eltern profitieren? ✨

Ich wünsche Ihnen einfühlsames und achtsames 15-minütiges Nichtstun 😉.

PS:

Hört sich das toll für Sie an und nach dem Weg, den Sie einschlagen möchten? Aber Sie sind noch nicht ganz sicher, wie Sie es genau angehen sollen? Völlig normal, das geht vielen so!

Keine Sorge, ich bin hier, um Ihnen gerne zu helfen und Sie zu unterstützen. Buchen Sie einfach unverbindlich mein kostenloses VorgesprächHier geht’s zum Online-Kalender.

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Ich freue mich auf Sie!

Herzlich

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